IG-JLO-Twin
Die Heimat der JLO Twin Fahrer

Und hier nun von Rabeneick bis UT...


Rabeneick in Brackwede hatte für einen Konfektionär eine erstaunliche Fertigungstiefe. Nicht nur der Rahmen, auch die Federung des Hinterrads, die Telegabel und die austauschbaren Naben samt Bremsen entstanden im eigenen Werk das Mitte der 60er Jahre im Fichtel und Sachs Konzern unterging und die Motorfahrzeugfertigung an Hercules abgeben mußte.




Und hier die besondere Rabeneick, mit einem 350ccm Motor auf M2x125 Basis, die mittels Ardie 175ccm Zylindern auf diesen Hubraum gebracht wurde. Einblicke in den Motor finden sich auf der Seite Daten&Montage und zu sehen ist diese  im Museum des MSC Herford! Ärger für JLO gab es des Öfteren wegen dieser Maschine, da andere Hersteller sich beschwerten, wenn ihre Testfahrer scheinbar mühelos von dieser Maschine überholt wurden. Man vermutete,das Rabeneick besondere Motoren bekam...




REH, was für Richard Engelbrecht Hamburg stand fiel durch sein revolutionäres Fahrwerk auf. Als erster deutscher Hersteller bot er ein Fahrwerk mit Hinterradschwinge an. Richard Engelbrecht war lange Jahre Mitglied unserer IG und bereicherte mit seinem Fachwissen und Kenntnissen der Motorradwelt der 50er Jahre unsere Treffen enorm.


Rixe in Brake bei Bielefeld hatte wie viele Konfektionäre seiner Zeit den JLO-Twin als Motor für das Top-Modell gewählt. Obwohl man wie viele andere auch mit dem Schwingenmodell  "Senator" zu spät auf den Markt kam, kriegte man mit Mopeds und Kleinmotorrädern die Kurve und behauptete sich, bis 1985 auch hier das Licht ausging. Immerhin hatte man so manche bekanntere Marke bis dahin um bis zu 30 Jahre überlebt!




Salira (eigentlich Lion Rapide), bot in Alost / Belgien ein Motorrad in vereinfachter Ausstattung mit dem Twin an, das lt. Werbung das Volks-motorrad zu Volkspreisen sein sollte. In der Regel waren Tank, Felgen und Auspuff lackiert, was den Preis um einige tausend belgische Franken senkte.



Saroléa aus Herstal / Belgien, kaufte das Model Simoun 250 bei FN zur Abrundung des eigenen Programms und änderte nur die Embleme. Ebenso bot man bei FN auch Saroléa Maschinen unter eigenem Namen an.



Sitta, die Marke der Hummelwerke aus Sittensen verbaute den Twin in ähnlichen Stückzahlen wie Göricke und trat damit kaum in Erscheinung. Auch Sitta wagte sich sehr früh mit einem Bild noch mit Vorserienmotor an die Öffentlichkeit.



Sparta, beheimatet in Apeldoorn in Holland verbaute Motore von JLO, PB, Viktoria, Villiers und anderen. Bei den Fahrwerken ließ man sich von Puch und NSU inspirieren.


Standard, unter diesem Namen wurden bereits vor dem WK II bei Gutbrod Motorräder gebaut. Anfang der 50er Jahre wurde das Recht am Motorradnamen von einer Schweizer Firma erworben und 1953 eine Maschine mit JLO-Twin in Genf präsentiert. 


Strübi aus der Schweiz. Seht Euch mal dieses, Ja was isses denn? an. Auf jeden Fall ein Strübi, schon klar, aber wie viele Räder hat es? fährt es? kann es fliegen? Ein ganz normaler JLO-Twin ist drinn, also nicht mit 3+R Getriebe, ein Einzelstück? eine Kleinserie? Fragen über Fragen..... die in der JLO-Twin Info 2/2018 umfassend geklärt werden konnten.







Superia, aus Zedelgem in Belgien, eigentlich eine Flandria, die vermutlich nach der Trennung der Claeys Brüder das Licht der Welt erblickte.


Svalan eine schwedische Firma in Falun, die ein reichhaltiges Sortiment an Mopeds mit Motoren von HMW, Rex, Sachs und anderen anbot, hatte auch Express Motorräder als Svalan-Radex im Programm. Ähnlich soll man auch mit englischen Motorrädern und sogar der NSU Konsul, sowie Max verfahren sein.



Tornax, die Marke des Goldschmieds Ernst Wewer, der seit 1929 Motorräder mit JAP Motoren baute und dann auf Columbus Triebwerke ausweichen musste stellte Ende der 30er Jahre auch kleine Modelle mit JLO Motoren hier, blieb diesem Lieferanten nach dem Krieg treu und entwickelte für den 200er Motor sogar einen eigenen Zylinder der die V 200 der Konkurrenz überlegen und vielen 250ern ebenbürtig machte.

Tornax Z in Resedagrün
schwarze Josefine auf Tour
Tornax 250 Z
Schwarze Josefine "Geländesport"


Universal, eine schweizer Firma, die mit Rabeneick kooperieren wollte. Die Rabeneick F II sollte in der Schweiz als Universal verkauft werden, während man die Meteor mit dem 600er Boxer in einer 500er Version als "große Rabeneick" in Deutschland anbieten wollte. Von den 3 Vorführmodellen des Boxermodels sind angeblich 7 erhalten geblieben....(an 2 der "Fälscher" habe ich selbst die Typenschilder verkauft)


UT: (Eigentlich Untertürkheim) aus Möhringen wollte immer "eh guhds Modorrädle" bauen. Sorge dafür, zumindest für's Fahrwerk, trug Ernst Wüstenhagen, unten links im Bild, der 25 Jahre Mitglied unserer IG war. Das Bild zeigt ihn mit Dr. Simsa in Sinsheim. Darunter eine UT TS 252, wie "Wüha" sie selbst, hoch in den Siebzigern, noch äußerst flott bewegte.

UT TS252
UT VS252 die Letzte mit Vollschwingenfahrwerk

Der Konstrukteur Ernst Wüstenhagen und seine UT TS252 im Gespräch mit Dr. Paul Simsa...