Weiter geht es mit Fahrzeugen von Göricke bis PRIOR
Göricke: in Bielefeld bekannt für Fahrräder und Nähmaschinen, baute seit 1903 immer wieder mal Motorräder mit Motoren von Fafnir, Blackburn, Villiers, MAG und anderen Herstellern. in den 50ern verbaute man Sachs und JLO Motore, den Twin allerdings so selten, daß dies in der einschlägigen Literatur gar nicht wahrgenommen wurde. Trotzdem soll es 5 Motorräder mit Geradewegfederung und 1955 mindestens eines mit Schwinge und 16 Zoll Rädern gegeben haben!
Hecker: in Nürnberg in der Lenaustraße 7, baute seit 1921 Motoräder zuerst mit Motoren von JAP und MAG, zuletzt mit Sachs und JLO. Die unten abgebildete Schwingenmaschine kam viel zu spät, der Motorradmarkt lag bereits in Agonie und so schloss Hecker 1956 die Tore. Lange war es nur ein Gerücht, aber hier ist nun der Beweis, dass es die "Schwingen-Hecker" tatsächlich gegeben hat. Ein Besucher unserer Homepage hat in den Familienfotos das Bild seines Vaters auf der Maschine eines Freundes gefunden. Das Bild entstand auf dem ehemaligen Parteitagsgelände in Nürnberg, wo Hecker beheimatet war. Falls jemand etwas über den Verbleib dieser Maschine erzählen kann.... (Man wird doch mal träumen dürfen!)
Hercules: 1886 begann man mit Fahrräder und erweiterte im Lauf der Jahre die Produktion auch auf Motorfahrzeuge wie LKW und Klein-Pkw und auch immer wieder wurden Motorräder mit kurzen Unterbrechungen hergestellt. In den Anfangsjahren verwendete man Fafnir Motore und griff dann auf Erzeugnisse von JAP Villiers, Sturmey-Archer und Moser zurück. In den Zeiten in denen dies nicht möglich war, hielten Motore von Bark, Columbus, JLO, Küchen und Sachs Einzug in die hochwertigen Hercules Fahrwerke. In den 50er Jahren wurden wieder JLO und Sachs die Motorenlieferanten und Sachs letztendlich auch der Hausherr in den Hercules Werken.
Modell 318 die es auch mit dem M 250 1Zylinder gab und damit als "315" beim Händler stand
Die 322 das Topmodell bei Hercules bis 1959, danach war bei 125 ccm mit Sachs Motor Schluss bis in den 70ern die Wankel kam, die den Niedergang genauso wenig verhindern konnte wie der wassergekühlte 350er Twin, der nicht mehr in Serie ging.
Hoenson: Eine Firma in Haarlem / Holland, die die Express 255 mit anderem Tank unter eigenem Namen verkaufte oder dies versuchte. Genaueres weiß ich leider nicht zu berichten.
IFA (???) Wer die anderen Bilder, überhaupt die der belgischen Hersteller anschaut, weiß, was da der IfA Importeur seinen Kunden unterjubeln wollte
Jonker: Holland, diese Marke wurde von Jan Jonker, der auf Schloß NEDERHORST wohnte, gegründet. In die in Holland gebauten Rahmen, die mit zugekauften Teilen komplettiert wurden, baute man sowohl den 250er Einzylinder als auch den Twin von JLO ein. Des weiteren soll es noch eine 200er Modell Condor mit JLO Motor gegeben haben. Außerdem war Jan Jonker als Designer und Ingenieur für die Halleiner Motoren Werke in Österreich tätig.
Kleinschnittger, im westfälischen Arnsberg beheimatet versuchte nach dem Erfolg seines Roadsters F 125, dies mit doppeltem Hubraum fortzusetzen und entwickelte verschiedene Modelle mit dem M 2x125, der in dieser "Automobil" Ausführung über Dynastarter, sowie ein Dreiganggetriebe mit Rückwärtsgang verfügte. Warum die ganze Geschichte nichts wurde lest ihr am Besten unter www.kleinschnittger-info.de
F 250 gebaut 1954 Stückzahl 2 Preis (geplant) 2985 DM Nachfolgemodell F 250 C gebaut 3Stück
F 250 S/ F 250 Super, insgesamt 23 Stück hergestellt Der "Spezial" ebenfalls mit JLO Twin. Ein Einzelstück für den privaten Gebrauch
Lion-Rapide: In Alost in Belgien war der vermutlich der erste Hersteller, der den JLO-Twin in einem Fahrwerk mit Hinterradschwinge zeigte, wenn man die Auslassführung und den starren Kickstarter in Betracht zieht, die es so nur bei den Vorserienmotoren gab. Dieses Modell erschien bereits 1950! in den Listen von Lion Rapid
Miranda in Gent vertrieb von 1958 bis 1960 die Rixe Senator (Restbestände?) unter eigenem Namen. Woher die Maschinene stammten ließ sich leicht an der Tachobeschriftung und am überklebten Rixe Schriftzug auf dem Tankwappen erkennen.
Monark, eine schwedische Firma aus Vaberg, war mit dem JLO-Twin gut im Geschäft. Es gab Straßen und Geländeversionen und nicht zuletzt Militärmaschinen. Mit den Gländemaschinen von Monark kam der JLO-Twin zu mehr sportlichen Ehren als bei jeder anderen Marke. Erinnert sei nur an die Erfolge bei den Six Days.
Eine der Monarks von "Rolle" in Vargön
die 550er von Gösta Lundqvist aus Västeras
Novy, Meensestraat 9-11 in Kortrijk, Belgien, bot ab 1956 als Topmodell eine Maschine mit dem Twin an, die bis 1960 im Programm blieb. Unten 2 Bilder einer life-haftigen Novy, die unser Archivar bergen konnte!
Omega-ILO, Gauscherestraat 121 in Brüssel bot bis zum Ende der Firma im Jahre 1954 eine Maschine mit dem Twin an. Möglicherweise stammte diese, so wie auch der zeitgleich angebotene Roller von Sitta, bzw der Firma Hummel in Sittensen.
Prior, = NHW wohinter sich die Nürnberger Hercules Werke verbergen. Weil man die Motorräder unter dem eigenen Namen nicht in England auf den Markt bringen konnte, ohne mit der englischen Hercules Motorradfirma in Konflikt zu kommen, wählte man den Namen Prior. Was soviel wie "der Erste" bedeutet. Unter diesem Namen wurden auch einige wenige 322er Hercules verkauft. Im Verlauf der 60er Jahre, als DKW ebenfalls zur Zweirad Union kam, wurden die Hercules Fahrzeuge unter dem wesentlich bekannteren Namen DKW im Ausland angeboten.
Hier im Bild eine "Prior", die abweichend von der Serie eine 160er Blechnabe im Vorderrad hat. Auspuffanlage, Kettenschutz u. Gepäckträger entsprechen in diesem Fall ebenfalls nicht dem Original